Wappen von Muehlenbach

VfK Mühlenbach 1983 e.V.

Abbild eines Ringers
Mister VfK 
25 Jahre VfK Mühlenbach
Rückblick von Klaus Armbruster

     
Im Januar 1983 war ich Schüler des einjährigen Berufskollegs BKFH in Offenburg. Irgendwann in dieser Zeit sprach mich Paul Armbruster an, dass er einen Ringerverein gründen wolle, und er der Meinung wäre, dass ich dort Schriftführer machen könnte. Sicher, ich war mal kurz beim Ringen. 1976 im Herbst brachte mich Paul Armbruster zum KSV Hofstetten. Gemeinsam ging es zu Fuß von der Fleischdielte durch den Ullerst in die Hofstetter Gemeindehalle. Dort trainierten wir bei den Erwachsenen mit und irgendein Ringer fuhr uns nach dem Training mit dem Auto zurück nach Mühlenbach. Im Januar 1977 war es dann soweit. Ich startete zum ersten Mal auf einer Bezirksmeisterschaft in Reichenbach und wurde auf Anhieb…. Zweiter (von fünf). Danach holte ich mir im Training eine Rippenquetschung. Das war eine recht schmerzhafte Sache und ich habe dadurch den Kontakt zu den Ringern wieder verloren. Der Fairness halber muss ich gestehen, dass ich mir die Rippenquetschung beim Blödsinnmachen zugezogen hatte und nicht beim regulären Training.
Inzwischen hatte ich nach meinem Hauptschulabschluss die Ausbildung zum Mechaniker absolviert und war gerade dabei, die Fachhochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg zu machen. Ein Vereinsmensch war ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Gut, OK, ich war in der Katholischen Jugend, aber Schriftführer in einem Mühlenbacher Ringerverein? Einer der Initiatoren war Franz Moser. Er hatte kurz nach mir in Hofstetten mit dem Ringen begonnen und hatte mich inzwischen weit überholt. Als Deutscher Meister und sogar Teilnehmer auf der Weltmeisterschaft in Colorado wechselte er zum damaligen Bundesligisten ASV Renchen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie er mir sagte „Des isch gar nit vill zmoche als Schriftührer. Vun de Sitzunge a Protokoll schriebe un eimol im Muned a Brief schriebe...“. Letztendlich willigte ich ein. Der Versuch, Paul Schwab als 1. Vorsitzender zu gewinnen, ging schief. Mit Horst Keller fanden wir schließlich doch einen Vorsitzenden, der selbst Ringererfahrung mitbrachte (er hatte beim KSV Haslach gerungen). Mit Konrad Zehnle trat ein andere heißblütiger Ringer unserer jungen Truppe bei (wir hatten zur Gründung ein Durchschnittsalter von 24,7 Jahren in der Vorstandschaft, jüngstes Mitglied war Franz Moser mit 19 Jahren, ältestes Mitglied Edmund Kapser mit 36 Jahren).
    
Wir hatten zum Teil wenig Ahnung, aber wir sind mit viel Liebe zum Detail und Herzblut die Sachen angegangen. Um das Zeremoniell bei Mannschaftskämpfen zu üben, haben wir einen Trainingskampf mit Kampfrichter, Kampfrichtertisch etc. gegen die Metzgerei Winterhalter veranstaltet. Zum Auftakt ging es am 4. Juni 1983 nach Reichenbach zu einem Freundschaftskampf. Am 3. Juli 1983 wurde das Gründungsturnier durchgeführt. Die Überraschung an diesem Tag war der unerwartete Sieg von Werner Groß gegen den für Mühlenbach als Gastringer ringende Franz Moser.
Im ersten Jahr war einiges zu tun, um den Verein nach außen zu behaupten und zu einer Institution zu machen. Doch schon in dieser ersten Zeit gab es auch die ersten Probleme, so dass wir bereits im Sommer Umbesetzungen im Vorstand hatten. Franz Moser verließ den VfK, an seiner Stelle kam Michael Neumaier dazu. In der Jugendarbeit bildete sich das Erfolgsduo „Zehnle Konrad un d’ Muni“. Bei den Aktiven kam Boris Dimovski als Trainer und Hermann Fix als Mannschaftsführer dazu. Im zweiten Jahr war ich Mannschaftsführer der II. Mannschaft. In einem Kampf gegen Kollnau II hatte ich am 24.11.84 zwei Ringer in der Gewichtsklasse verwechselt. Dadurch lief eine Gewichtsklasse leer.
Aber auch der Rest lief schlecht: Alle verloren auf Schulter, nur ich bekam nur eine Punktniederlage (9:0) ab. Das Endergebnis: 31,5 : 0 für Kollnau II. Harte Kritik gab es zu Hause von unserem Alten Hasen Konrad „du hätsch miesse überhöht vuliere, donn hättener wänigschstens sagen könne, ihr sin tschbod zuom Abwiege kumme.“
Beruflich, ich studierte inzwischen in Gengenbach Wirtschaftsingenieurwesen, brachte das Jahr 1985 für mich den Umzug nach Bühlertal ins Praxissemester zu Bosch. Dadurch war ich auch als Ringer nicht mehr verfügbar. Meine Tätigkeit als Schriftführer behielt ich trotzdem. Während der VfK sich sportlich inzwischen einen Namen machte, erlebte ich eine wechselvolle Umzugsgeschichte. Nach dem Praxissemester ging es zurück nach Gengenbach. 1987 wurde die Diplomarbeit bei NCR in Stuttgart geschrieben und ich zog für ein halbes Jahr nach Augsburg, weil ich dort in der Zentrale von NCR tätig war. Da ich in dieser Zeit nicht mehr so oft verfügbar war, wurde einfach umdisponiert und ich wurde – für ein Jahr – 2. Vorsitzender. Mit dem Wechsel zur Steinbeisstiftung in Offenburg im März 1988 kam ich zurück ins Kinzigtal. In meiner Wohnung in  
Fußbach fand dann auch eine der Krisensitzungen statt, die im Frühjahr 1988 den Verein erschütterten. In deren Verlauf wurde zunächst Hermann Fix als Mannschaftsführer abgewählt. In einer späteren außerordentlichen Sitzung im Kaiserhof ist Paul Armbruster zurückgetreten.
Das Jahr 1993 brachte wieder einen der von meiner Frau gefürchteten Augenblicke. Seit Vereinsgründung war ich fast bei allen Bezirks- und Verbandstagen als Vertreter des VfK. So auch am Gründonnerstag des Jahres 1993. Der Bezirksvorstand stellte sich mehrheitlich nicht mehr zur Wahl und der Verband suchte Ersatz. Ich weiß nicht, ob es an meinem ungünstigen Sitzplatz in der Nähe von Martin Knosp war. Auf jeden Fall ging ich am Ende der Sitzung mit einem neuen Amt nach Hause. Ich war zum Bezirkssportwart gewählt worden. Besser gesagt, ich hatte mich wählen lassen. Freilich versuchte ich es meiner Frau im Passiv zu erklären („man hat mich gewählt“), aber eigentlich war das gelogen. Sie war davon auch „nicht begeistert“, um es vornehm auszudrücken. Wir hatten zwei Jahre zuvor geheiratet und wohnten inzwischen in Bollenbach. Im Februar 1992 hatte ich mich selbständig gemacht und im März 1993 kam unser erstes Kind, Larissa, zur Welt. Es war ein ungünstiger Augenblick, um noch mehr zu übernehmen. Trotzdem habe ich die Tätigkeit im Bezirk bis zum Gründonnerstag des Jahres 2007 ausgeübt.
Bei dem 1989 durchgeführten Jugendturnier fehlte uns ein Urkundenschreiber. Die Freundin von Josef Müller, die es im Jahr zuvor noch übernommen hatte, fiel aus. Hier begann ein Weg, der mich bis heute in Beschlag nimmt. Ich hatte mir damals von der Fachhochschule Offenburg einen Plotter ausgeliehen und ein kleines Programm geschrieben, damit die Urkunden geplottet werden konnten (Drucker konnten damals das Urkundenpapier noch nicht verarbeiten). Zum nächsten Turnier wurden dann schon Turnierlisten erfasst und gedruckt und die Punktezettel für die ersten zwei Runden gedruckt. Meine „Turnierverwaltung Ringen“ hatte das Licht der Welt erblickt. Freilich noch sehr rudimentär, aber es war der Anfang. Ab 1991 wurde das Programm schon auf Bezirks- und Südbadischen Meisterschaften eingesetzt.
 
 
  
Bereits ein Jahr zuvor erschien beim VfK das erste jährlich erscheinende Vereinsheft. Eine Aufgabe, die mich bis zum heutigen Zeitpunkt (jetzt, wo ich diese Zeilen Schreibe, bin ich – wenn auch nicht mehr so stark wie früher – am Heft beteiligt) beschäftigt.
Seit 1993 ist viel passiert, im Verein, auch bei mir privat und in meiner Firma. 1995 kam Jonas zur Welt und wir zogen nach Prinzbach. Bereits drei Jahre später wurde meine Frau auf ein Häuschen aufmerksam. 1998 zogen wir in den Bärenbach und wir wurden „s Bächlibure“.
Bei den Mühlenbacher Ringern wurde die Messlatte für das Vereinsleben und die sportlichen Leistungen immer höher gelegt. Heute zählen Party nach dem Ringen, Karaoke, Waldputzen, Bachputzen, Rockfest Flachenberg, Zeltlager, Internethomepage, Damenländerpokal, Jugendturnier, Alteisensammeln, Vereinsheft, Beameranzeige und –werbung, Tanzkurs neben dem Ringen zum jährlichen MUSS. All das muss bewältigt werden und das Hauptziel Ringen darf nicht aus den Augen verloren gehen. Gelegentlich hatten wir uns das Leben selbst schwer gemacht, aber das Positive überwog weit. Dank der Leistung unserer Sportler, Trainer, unseres Vorstandes und all unserer Helfer gelang es uns immer wieder, die Anforderungen zu meistern und immer wieder ein kleines bisschen draufzusetzen. Vom Mannschaftsringen oft verdeckt, haben viele Ringer auf Einzelturnieren große Erfolge nach Hause gebracht. Südbaden wurde in diesem Jahr der erfolgreichste Verband bei den Deutschen Meisterschaften. Mühlenbach hat hier einen sehr guten Beitrag dazu geleistet.
Für mich selbst entwickelte ich parallel hierzu aus der Turnierverwaltung Ringen auch die „Vereinsverwaltung für Ringervereine“, die Kampfrichterverwaltung, Geschäftsstellenverwaltung und die Ringer Ligadatenbank www.liga-db.de.
Im Februar habe ich mich als aktiver Funktionär aus dem Vorstand des VfK verabschiedet. Es war einfach nicht mehr zu bewältigen, die Arbeit für Beruf, Familie, Ringersoftware und den Verein noch in dem Maße durchzuführen wie es nötig ist. Verglichen mit dem Durchschnittsalter bei der Vereinsgründung, bin ich heute ein alter Sack. Einer unserer Vorteile war zweifellos die jugendliche Dynamik, die unseren Verein schon immer ausmachte. Allen meinen Weggefährten im Verein möchte ich für die vergangen 25 Jahre danken. Dem VfK wünsche ich viel Erfolg und sportliche Kameradschaft, um diesen Weg fortzusetzen

Klaus Armbruster

Stand 08/2008
 
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